Wolfram Tröndle

Geboren in Freiburg/Br. 1952 wechselt Wolfram Tröndle mit 15 von der Geige auf die Bratsche. Nach der Matura beginnt er ein Physikstudium, das er nach zwei Jahren allerdings zugunsten der Musik ganz aufgibt, eine Folge der intensiven Streichquartettkurse in Schweden unter der Leitung des damaligen tschechischen Vlach-Quartetts. Das Studium führt ihn von Freiburg dann auch zuerst nach Prag, weiter nach Detmold und schließlich 1977 nach Salzburg in den Umkreis von Sandor Végh, den er auf den Kursen in Prussia Cove / Cornwall kennengelernt hatte. Erste Mitwirkung in der damals führungslosen Camerata folgten schon 1978, volle Mitgliedschaft kurz nach Übernahme des Orchesters durch S.Végh. In den 80er-Jahren brachte sich Tröndle auch bei der damals sehr familiären Organisation ein, ungezählte Programmbesprechungen in Véghs Haus, der Toskanini-Villa in Liefering unweit des Probenlokales, Besetzungs- und Probenplanung z.B. für die 10 CDs mit den Divertimenti von Mozart. Später dann Mitarbeit im Vorstand und zwei Jahrzehnte im Orchesterkomitee. Dankbar dafür, das „Gesamtgefüge Camerata“ so lange mitgetragen zu haben, genießt Tröndle seit mehreren Jahren, sich in der Camerata ganz der Musik widmen zu können – jüngere Kollegen haben die Selbstverwaltung übernommen.

Die tiefsten Furchen hat sicherlich Sandor Végh hinterlassen, auch und gerade weil die künstlerischen Ergebnisse oft hart erfochten und der menschliche Umgang mit ihm nicht leicht war. Ein Camerata-Leben durch  bald vier Jahrzehnte Mitwirkung ist überaus reich in der Begegnung mit einer großen Zahl an außerordentlichen Dirigenten und Solisten und den gemeinsamen Stunden der international bunten Musikerschar auf Reisen und auf den Podien der Welt.

Als zweites Standbein seiner Berufszeit war Tröndle immer pädagogisch tätig im Rahmen des Musikum Salzburg. Vom Anfängerunterricht mit teilweise selbst verfasstem Unterrichtsmaterial bis zur Vorbereitung der Jugendlichen auf einen Universitätseintritt reicht die Bandbreite, bei der neben der Hingabe an die Musik stets die Liebe zu den Kindern im Mittelpunkt steht.

In dem seit zwei Jahrzehnten geleiteten Jugendorchester suchen auch jene Saatkörner Halt, die der  „Ensemble-Geist“ der Camerata ausstreut.

Wolfram Tröndle ist verheiratet mit der Cellistin Doris Tröndle, sie haben vier erwachsene Kinder, die alle im Umkreis von Musik, Kunst und Pädagogik tätig sind.